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Ein kleiner historischer Überblick

Da ich in den siebziger Jahren das erste Mal mit Matador in Berührung kam, finden Sie hier hauptsächlich Informationen aus dieser Zeit und den nachfolgenden Jahren bis 1987, als die Produktion eingestellt wurde ­ also jene Zeit, in der ich selbst das Geschehen um Matador mitverfolgen konnte. Wenn Sie jedoch weitere Hintergrundinformationen zu dieser Zeit oder insbesondere die Zeit davor haben, dann würde ich mich sehr freuen diese hier aufnehmen zu können.

Der Zeitspiegel

Korbuly, Johann, * 29. 1. 1860 Wien, 23. 4. 1919 ebd., Techniker, Bauleiter beim Bau der Grazer Schloßbergbahn 1893/94. Korbuly erhielt 1900/01 Patente auf einen neuartigen Holzkonstruktionsbaukasten, den er 1903 selbst unter dem Namen Matador zu produzieren begann.

1903 Gründung
1915 Übersiedlung der Produktion nach Pfaffstätten
1978 Verkauf an Herrn Kurt Falk
1987 Einstellung der Produktion
1996 Verkauf an Herrn Ing. Mag. Michael Tobias
1997 Neuerliche Markteinführung

Der Baukasten Matador und sein Erfinder Ing. Johann Korbuly

Den folgenden Text erhielt ich von Herrn Rudolf Korbuly. Er beschreibt darin sehr schön die Zeit in der Matador der Familie Korbuly gehörte.

Ing. Johann Korbuly wurde am 29. Jänner 1860 in Wien, als siebentes von achtzehn Kindern eines Kaufmanns, geboren. Für den Soldatenberuf bestimmt, war er Zögling der Pionier-Kadettenschule in Hainburg. Als Pionierleutnant stand er 1878-79 der Insurgenten in Bosnien gegenüber. Anschließend baute er in Bosnien als Soldat Straßen, nahm aber seinen Abschied, da er für seine Mutter und drei Schwestern zu sorgen hatte.

Als Geometer kartographierte er die Stadt St Pölten. Das war seine erste selbstständige Arbeit. 1891 arbeitete er an der Regulierung des Mains und heiratete in Aschaffenburg. Dort wurde auch sein erster Sohn Johann geboren. Insgesamt trassierte und plante Ing. Korbuly über 1200 Kilometer Bahnen, Wasserläufe, und Brücken. 1894 trassierte und baute er die Schloßbergbahn in Graz. Sein Name steht auf der Tafel, die zur Erinnerung, bei der Eröffnung der Bahn, angebracht wurde. Seine Tätigkeit erstreckte sich bis in das Jahr 1906.

Um die Jahrhundertwende erfand Ing. Korbuly, ursprünglich als Spielzeug für seine damals 3-6jährigen Söhne, einen Baukasten, aus dem sich der Baukasten Matador entwickelte.

1902 und 1903 wurden österreichische und ausländische Patente erworben. Große Schwierigkeiten entstanden, da ein geistanregendes Konstruktionsspiel damals auf dem Markt unbekannt war und dessen Vertrieb von der Händlerschaft abgelehnt wurde. Die Erfindung zu einen günstigen Preis zu verkaufen, gelang nicht. So entschloß sich Korbuly, selbst zu erzeugen. Zuerst in Wien in der Bräuhausgasse 5, später in der Schleifmühlgasse 11, dann im Werkstättenhof in der Mollardgasse. 1915 kaufte Korbuly eine abgebrannte Mühle (Preißmühle) in Pfaffstätten. DieErzeugung wurde nach und nach , nach Pfaffstätten verlegt. Die Adjustierung und der Verkauf war weiterhin in Wien.

Leipziger Messe ab 1903 oder 1904. Das 1906 eröffnete Geschäft am Graben brachte im ersten Jahr Gewinn. 1913 Eröffnung des Geschäftes auf der Mariahilfer Straße, 19?? Ein weiteres Geschäft auf der Nußdorfer Straße. 1909 ein Geschäft in Berlin, das Anfang des ersten Weltkrieges geschlossen wurde.

Am 23. April 1919 starb Ing. Korbuly. Sein Sohn Johann Julius Korbuly geb. 26. März 1892, übernahm mit seinem Bruder Rudolf, geb. 3. November 1894 die Firma. Johann kümmerte sich um den kaufmännischen, Rudolf um den technischen Teil. Anton, der mittlere Bruder war 1917 gestorben. Die Brüder Johann und Rudolf haben sich nie besonders gut verstanden. 1931 machte Johann den Vorschlag, Rudolfs Hälfte auszubezahlen, er wollte die Firma allein führen. Die Tennung wurde vollzogen, nur mit dem Auszahlen klappte es nicht so recht. Rudolf hatte sich im Lungau eine Landwirtschaft gekauft, und hatte Mühe seine Raten zu bezahlen. 1935, in der schlechten Zeit, wurde auch die Ajustierung und Verkauf nach Pfaffstätten verlegt.

Während des 2. Weltkrieges mußte die Matadorerzeugung eingestellt werden, und es wurden Sprengkapselschachteln erzeugt. Ende des Krieges gingen zwei Waggons fertige Ware verloren, die nicht mehr bezahlt wurden. Die Fabrik brannte zehn Tage nach den Kämpfen aus. Das Geld für die Ware hätte beim Wiederaufbau sehr geholfen. Johann war zum Volkssturm eingezogen worden und war bei Kriegsende in Bayern. Rudolf fuhr unter großen Schwierigkeiten nach Pfaffstätten und machte mit ehemaligen Arbeitern, die aus der Gefangenschaf kamen, die ersten Aufräumungsarbeiten. Bezahlt wurde mit Lebensmitteln aus seiner Landwirtschaft. Mit aus dem Schutt geholten Ziegeln wurde Holz gekauft. Maschinen aus dem Schutt geholt und notdürftig hergerichtet. Zufällig kam man darauf, daß in einer Druckerei noch Vorlagen lagerten, das war ein Großer Schritt nach vorne. Als Johann heim kam, wurde bereits wieder gearbeitet. 1946 wurde wieder der erste Matador verkauft.

1950 kam die Idee mit dem Großformat. Großformat hatte eingeschlagen, der Umsatz war bis zum Verkauf steigend. Johann, unverheiratet und ohne Kinder holte 1951 seinen Neffen Rudolf in die Firma. Rudolf entwickelte viele Maschinen und Vorrichtungen und war bis zum Verkauf Betriebsleiter.


Die Zeit um den ersten Weltkrieg

Es folgt eine tabellarische Übersicht über den Inhalt der Baukästen, die um ca. 1915 vertrieben wurden. Diese Tabelle war im Vorlagenheft der Nr. 3 enthalten und wurde mir freundlicherweise von Herrn Arne Hackstein zur Verfügung gestellt. Da die gescannte Vorlage des Originals recht schwer lesbar ist, habe ich die Daten nochmals zur leichteren Einsicht herausgearbeitet:

Inhalt d. einzelnen Folgen u. d. Ergänzungen.
Name und
Bezeichnung
0000/1 11/22 2/333/4 44/55 5/66
1
2
3
4
8
12
16
20
1er Klotz
2er   ''
3er   ''
4er   ''
2
1
-
-
2
1
1
-
-
-
-
1
2
1
1
1
2
1
1
1
4
2
2
2
6
3
2
-
10
5
4
2
4
1
2
1
14
6
6
3
6
5
2
3
20
11
8
6
20
13
12
8
40
24
20
14
5
6
7
8
24
28
32
36
5er Klotz
6er   ''
7er   ''
8er   ''
-
-
-
-
-
-
-
-
1
-
-
-
1
-
-
-
1
-
-
-
2
-
-
-
-
1
1
1
2
1
1
1
2
1
1
1
4
2
2
2
2
2
-
-
6
4
2
2
6
4
2
2
12
8
4
4
9
10
11
12
40
44
68
84
9er Klotz
10er   ''
16er   ''
20er   ''
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
1
2
-
-
1
2
-
-
1
-
-
-
2
2
-
-
-
2
2
-
2
4
2
-
2
2
2
4
4
6
4
4
13
14
15
16
4
6
8
10
1er
2er
3er
4er
-
2
-
-
-
1
1
-
-
1
-
-
-
2
1
-
-
-
-
-
-
2
1
-
1
-
1
1
1
2
2
1
1
2
2
1
2
4
4
2
2
4
4
1
4
8
8
3
4
10
12
3
8
18
20
3
17
18
19
20
10
12
14
14
4er breit
5er
6er
6er breit
1
-
-
-
1
1
-
-
-
-
-
-
1
1
-
-
-
1
-
-
1
2
-
-
-
-
-
-
1
2
-
-
-
1
2
-
1
3
2
-
1
1
2
2
2
4
4
2
4
4
6
2
6
8
10
4
21
22
23
24
22
22
24
34
10er
10er breit
11er
16er
-
-
-
-
-
1
-
-
-
1
-
-
-
2
-
-
-
2
-
-
-
4
-
-
2
-
-
-
2
4
-
-
-
1
-
-
2
5
-
-
2
3
2
2
4
8
2
2
-
2
6
2
4
10
8
4
25
26
27
42
50
90
20er
25er
45er
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
1
-
-
1
-
-
-
-
-
1
-
-
1
1
-
2
1
4
-
1
4
2
2
28
29
30
31
3
8
15
35
1 Durchm. 20 mm
2 Durchm. 35 mm
3 Durchm. 60 mm
5 Durchm. 100 mm
-
2
-
-
-
-
2
-
-
2
-
-
-
2
2
-
2
-
2
-
2
2
4
-
3
2
-
2
4
4
4
2
6
2
2
-
10
5
6
2
6
4
6
2
16
10
13
4
14
20
12
6
30
30
24
10
32

33
34
35
8

2
1
½
Klauen
Vorsteckröllchen:
doppelt
einfach
Lederpappe
-

1
2
4
-

2
3
5
-

1
2
4
-

3
4
8
-

2
2
4
-

4
6
12
-

3
4
8
-

6
10
20
-

2
5
10
-

8
15
36
16

4
5
30
16

12
20
66
-

12
20
104
16

24
40
170
36
37
38
39
6
10
12
20
Naben, klein mit 4 Loch
Naben, klein mit 5 Loch
Naben, klein mit 6 Loch
Naben, groß mit 8 Loch
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
4
-
-
-
4
-
-
-
4
2
2
-
8
2
2
-
-
-
-
2
8
2
2
2
4
2
2
2
12
4
4
4
40
41
42
43
8
20
10
20
Kupplungsmuffen
Hammer
Schaber
Zange
-
1
1
-
1
1
1
-
-
-
-
-
1
1
1
-
1
-
-
-
2
1
1
-
2
1
-
1
4
2
1
1
2
-
1
-
6
2
2
1
2
1
-
1
8
3
2
2
8
Gr.
-
Gr.
16
4
2
3
44
45

46
47
5
½

25
40
Spule mit Wolle
Leinenstreifen
Weberlade (Kamm):
10 cm lang
20 cm lang
-
1

-
-
1
1

-
-
1
1

-
-
1
1

-
-
1
1

-
-
1
1

-
-
1
1

1
-
2
2

1
-
1
2

-
-
3
4

1
-
3
4

-
1
6
8

1
1
Gr.
12

-
-
7
20

1
1
rot 15 mm lang
grün 27 mm lang
blau 40 mm lang
braun 60 mm lang
gelb 95 mm lang
7
7
6
7
8
12
15
13
12
10
12
10
11
10
10
21
25
24
22
20
16
16
10
6
7
40
35
34
28
27
10
10
10
10
10
45
40
40
30
30
25
20
20
20
15
70
60
60
50
45
30
30
20
30
15
100
90
80
80
60
200
200
120
120
80
300
300
260
200
140
Verschiedenfärbig:
195 mm
200 mm
300 mm
400 mm

-
-
-
-

-
-
-
-

-
-
-
-

-
-
-
-

-
-
-
-

-
-
-
-

22
-
-
-

22
-
-
-

8
15
-
-

30
15
-
-

3
5
25
-

33
20
25
-

37
20
25
40

70
40
50
40
48
49
8
20
Schienen aus Leder 12 cm lg.
oder Eisen 30 cm lg.
sind in beliebigen Längen
erhältlich; es kosten
3 Loch 2 Heller
2
-
2
-
2
6
2
6
4
6
8
12
Bloße Pappschachtel kostet Heller
Leere Holzkiste kostet Kronen
Vorlagen kosten Heller
24
-
10
30
-
20
34
-
30
50
-
30
30
-
60
70
-
60
70
-
60
140
3,-
120
100
-
60
240
6,-
180
130
-
60
455
10,-
240
-
-
260
-
25,-
500

Bemerkung. Um mit dem Kasten auch alle erdenklichen Feldkanonen, Haubitzen, Motormörser, Festungsgeschütze für Drehtürme mit und ohne Verschwind-Lafetten bauen zu können, verlange man Sonder-Preisblatt für Geschützrohre mit und ohne Schießvorrichtung und Mundition.

Verglichen mit den heutigen Baukästen sind mir insbesonders folgende Punkte aufgefallen:

Überhaupt sind natürlich die Bezeichnungen der Baukästen für heute ungewöhnlich.

Photos der angeführten Teile stehen mir leider keine zur Verfügung.

Die Zeit der Weichholzstäbe

Frühe Matador-Kästen verwendeten anstelle der heute üblichen Hartholzstäbchen solche aus weichem Holz (Fichte). Sie hatten einen Durchmesser daß sie in den Bohrungen der Bauteile festsaßen. Die Achsen mußte man sich selber herstellen: Durch Walzen der Stäbchen zwischen zwei Matador-Bauteilen wurden sie an bestimmten Stellen verdünnt, sodaß sie sich in den Bohrungen drehen konnten. Bei größeren Baukästen war dafür auch eine eigene Holzzange als Werkzeug enthalten, mit der man die Stäbchen zusammendrücken konnte. Wenn man sich unveränderte, ältere Modellvorlagen aus den Zwanziger-Jahren ansieht (zu finden im aktuellen Vorlagenheft zu Matador Nr. 3), dann sieht man bei den Schnittdarstellungen auch noch recht schön, an welchen Stellen die Achsen verjüngt werden mußten. Das Weichholz hatte den Nachteil, daß mit der Zeit auch die Verbindungsstäbchen dünner wurden und das Gebaute nicht zusammenhielt.

Aus alten Modellvorlagen kann man schließen, daß sich auch der Inhalt der Matadorkästen im Laufe der Zeit verändert haben dürfte. Das gilt besonders für Matador Nr. 1 und Nr. 2. So wird in alten Vorlagen zu Matador Nr. 1 ein 4er-Brettchen verwendet, das in den jüngeren Kästen nicht mehr vorkommt. Erst ab Matador Nr. 3 gibt es wieder ein 4er-Brettchen. Im Gegensatz dazu nehmen die älteren Modellvorlagen (aus der Zeit um 1925 bis 1929) keinen Gebrauch von folgenden Bauteilen: 6er-Brettchen, 6er-Naben, 6er-Streben und 13er-Streben. Diese Bauteile dürften also damals noch nicht in den Baukästen (zumindest Nr. 1 bis Nr. 4) enthalten gewesen sein.


Die Zeit der Hartholzstäbe und -achsen

Die Weichholzstäbe wurden aus Holzscheitern gezogen, eine schwere, mühselige Arbeit, es gab den Beruf des Holzdrahtziehers. Aus festerem Holz (Buche) konnte man keine Stäbe ziehen. Da kam man auf die Idee die Stäbe auf Bleistifthobelmaschinen zu fräsen. Nachdem die Hartholzstäbe in den Bohrungen zu fest oder zu locker saßen, machte man in die Stäbe einen Schlitz und sie wurden dadurch im Durchmesser elastisch. Das war 1935, die Entstehung des sogenannten Patentstaberls. Für die Achsen wurden dünnere ungeschlitzte Stäbe gemacht, sodaß sie sich in den Bohrungen der Bauteile leicht bewegen konnten. Die Verbindungsstäbe haben einen Durchmesser von 4,6  und die Achsen 4,2  Zum Fixieren der Achsen in den Bohrungen werden Klemmhülsen aus Metall verwendet. Dieses System wurde bis heute beibehalten. In den neu gestalteten Modellvorlagen sind die Stellen, an denen Klemmhülsen zur Befestigung der Achsen eingesetzt werden sollen, durch kleine Halbkreise gekennzeichnet.

Die Baukästen

Die heute erhältlichen Grundbaukästen und Ergänzungskästen sind vom Inhalt nahezu identisch mit denen der siebziger Jahre. Jedoch enthielten die Vorlagenhefte mehr Modelle als die heute beigelegten. Auch gab es damals mehr Kästen als heute. Die Baukästen gingen von Nr. 1 bis Nr. 8. und es gab auch einige Sonderbaukästen und Zubehörmaterial:

Eine Tabelle mit dem Inhalt der Baukästen um diese Zeit, die mir freundlicherweise von Herrn Franz Prattes zur Verfügung gestellt wurde können sie als PDF-Datei herunterladen.

70er Schachtel 3A

Mit Ergänzungskästen konnte wie heute von einem Baukasten auf den nächsthöheren erweitert werden. Es gab die Ergänzungskästen 1A der Nr. 1 auf Nr. 2 ergänzte bis zu 7A der Nr. 7 auf Nr. 8 ergänzte.

Die Ersatzteile wurden in Plastikbeutel angeboten:

St 1: Alle Verbindungsstäbe von 15 bis 195 mm Länge sowie die zugehörigen Vorstecker.
St 3: Alle langen Verbindungsstäbe von 195 bis 375 mm Länge. Diese wurden für Matador Nr. 5, 6, 7 und 8 zusätzlich zu St 1 benötigt.
Ha1: Hartholzachsen, Vorstecker und Klemmhülsen.

Zusätzlich konnte man noch jeden einzelnen Bestandteil von Matador nachkaufen. Dazu gab es beim Spielwahrenhändler eine Ersatzteilliste.

Farbige Bauteile

Farbige Teile In den Siebzigern waren zahlreiche Matador-Teile farbig lackert. Wann diese Lackierung eingeführt wurde ist mir derzeit leider nicht bekannt.

Gelb: 5er-Rad, 0er-Rad, 4er-Nabe, die 27 mm und die 195 mm langen Verbindungsstäbe
Orange: Walze, Muffe, die 40 mm und die 95 mm langen Verbindungsstäbe
Hellrot: 3er-Rad
Dunkelrot: 1er-Rad, die 20 mm langen Verbindungsstäbe
Hellblau: 2er-Rad, Vorstecker für Verbindungsstäbe
Dunkelblau: 6er-Nabe
Grün: Die 15 mm und 60 mm langen Verbindungsstäbe
Hellgrün: Vorstecker für Achsen



Die Zeit der Kunststoffteile und Einzelmodelle

In den achziger-Jahren, zur Zeit als Matador Herrn Kurt Falk gehörte, wurden größere Umstellungen am Produkt vorgenommen. Dabei wurde der Versuch unternommen, Matador zu modernisieren.

Farbliche Veränderungen

Die farbigen Lackierungen der Bauteile wurden gänzlich weggelassen, es war alles in Brauntönen gehalten:

Brauntöne Es hatten alle Verbindungsstäbchen unabhängig von ihrer Länge die natürliche Holzfarbe. Jedoch wurden die Hartholzachsen, welche früher in natur gehalten waren, dunkelbraun gefärbt, um sie leichter von den Verbindungsstäben auseinanderhalten zu können. Auch die Vorstecker hatten jetzt Brauntöne. Die für die Verbindungsstäbe waren dunkelbraun und die für die Achsen mittelbraun.


Kunststoffteile

Es wurden immer mehr Teile, die ursprünglich aus Holz oder Metall waren, in Kunststoff ausgeführt:

Das Ersetzen durch Kunststoffteile war ein schrittweiser Prozeß. Die Verbindungsstäbe, Naben und Klemmhülsen wurden recht früh durch solche aus Kunststoff ersetzt. Kunststoffachsen und -muffen wurden erst später eingeführt. Außerdem änderte sich im Laufe der Zeit auch die Farbe einiger Teile. Ursprünglich waren alle Kunststoffteile farblich auf die Holzbausteine abgestimmt. Später bekamen jedoch die 4er-Naben und Muffen eine mittelbraune Farbe. Die 6er-Naben und Achsen waren dunkelbraun.

Neue Teile

Es wurden neue Bauteile, großteils aus Kunststoff eingeführt, die es zuvor bei Matador nicht gab:

Im folgendem Bild sehen Sie einige der neu eingeführten Bauteile und den Einsatz des Lenkgestänges, das die früher bei Matador-Modellen üblichen Seilzuglenkungen fast gänzlich ablöste.

Sonderbauteile Lenkung

Einige dieser neuen Teile waren im Laufe der Zeit auch einigen Veränderungen unterworfen. So war der Kernteil der Gummiräder (die Felge) zuerst aus Holz und später aus Kunststoff. Auch die Männchen wurden verändert. Die erste Variante war einfarbig (Holzfarbe), etwas größer und an den Gelenken sehr zerbrechlich. Diese wurde durch kleinere, zweifarbige (Körper Holzfarbig, Haare und Schuhe mittelbraun) ersetzt, die ein etwas kindhafteres Aussehen hatten und nicht so schnell kaputt gingen.

Baukästen

Auch bei den Baukästen gab es größere Veränderungen. So wurde das System mit den Grundbaukästen und Ergänzungskästen aufgelassen. Alle Baukästen wurden jetzt mit einer dreistelligen Nummer identifiziert. Die erste Ziffer gab über die Art des Baukastens aufschluß: die allgemeinen Baukästen hatten eine 7 als erste Ziffer, die Einzelmodelle eine 6, und Zubehörkästen hatten am Anfang eine 5.

Allgemeine Baukästen

Es gab jetzt drei allgemeine Baukästen mit den Bezeichnungen 712, 713 und 714. Dabei war der Kasten 714 der umfangreichste. Jedoch gab es keine Ergänzungskästen, mit denen von einem Baukasten auf einen größeren ergänzt werden konnte.
Schachtel 713 Schachtel 714

Baukästen mit Einzelmodellen

Neben den allgemeinen Baukästen gab es eine Vielzahl von Kästen mit speziellen Einzelmodellen. Mit diesen konnte das abgebildete Hauptmodell sowie ein paar zusätzliche Modelle gebaut werden. Es gab einerseits sehr einfache, günstige Modelle, aber andererseits auch sehr umfangreiche, ausgefeilte, die auch mit dem größten allgemeinen Baukasten 714 nicht gebaut werden konnten.

Kasten 621 offen Kasten 621 Kasten 618

Als ein Beispiel für einen besonders interessanten Einzelmodellkasten, diene hier der Baukasten 626. Mit diesem konnte man einen großen Brückenkran bauen. Weiters lagen auch noch Bauanleitungen für eine Hebebrücke und ein großes Karussell bei. Der Kasten hat auch ein paar Sonderbauteile, wie 2er-Räder mit Spurkranz, womit die Laufkatze auf den durch Brettchen gebildeten Schienen rollte.

Kasten 626 offen Kasten 626 Kasten 626 innen

Es gab auch zwei ganz spezielle Einzelkästen, der Musikkasten 630 enthielt farbige Metallplättchen verschiedener Länge wie bei einem Xylophon und man konnte damit eine Art Klavier und eine Spieluhr bauen. Dem Kasten 629 war ein kleiner Setzkasten und ein Stempelkissen beigefügt, womit man eine funktionierende kleine Druckerpresse zusammenbauen konnte. Außerdem waren noch Sonderteile zum Bau eines kleinen Handwebstules enthalten.

Musikkasten 630 Klavier Spieluhr Druckerei Webstuhl

Zubehörkästen

Zahnräder Zu dieser Kategorie zählten beispielsweise die Zahnradergänzung 548 oder der Solarkasten 553, der einen über eine Solarzelle mit Strom versorgten Motor beinhaltete.


Vorlagen

Vorlagen Vorlagenkartei Auch die früher üblichen Vorlagenhefte wurden aufgelassen und durch Kartonkarten ersetzt, wobei jede Karte die Bauanleitung für ein Modell darstellte. Diese Karten hatten auf Vorder- und Rückseite farbige Photos mit dem Modell aus verschiedenen Ansichten oder auch unterschiedlichem Baufortschritt. Schematische Schnittzeichnungen wurden in den Vorlagen nur mehr selten, bei komplizierteren Modellen verwendet.

Zum Einsortieren der Vorlagenkarten konnte man eine eigene Kartonschachtel mit Karteireitern erwerben. Alle Vorlagen waren nämlich in Kategorien unterteilt und man konnte sie dann nach diesen Kategorien sortiert einordnen.


Die Zeit nach der Wiedereinführung

Heute präsentiert sich Matador wieder in seiner ursprünglichen Form. Der einzige wirkliche Unterschied mit Ausnahme der Verpackungsgestaltung zu den Matador-Kästen aus den ziebziger Jahren ist die Tatsache, daß heute nicht mehr so viele Teile farbig lackiert sind. Nur die Verbindungsstäbe und Vorstecker sind farbig, alle anderen Teile sind unbehandelt.

Nähere Informationen wie sich Matador derzeit präsentiert und wie die aktuellen Baukästen aussehen finden Sie im Kapitel Was ist Matador eigentlich? oder auf der offiziellen Matador-Homepage.

Farbliche Änderungen

Die Farbe der Bauteile hat sich auch seit der Markteinführung inzwischen schon einmal verändert. Bei den ersten Baukästen gab es bei den Verbindungsstäben insgesamt vier verschiedene Farben:

Grün 15 mm und 60 mm lange Stäbchen
Rot 20 mm lange Stäbchen
Gelb 25 mm lange Stäbchen
Orange 40 mm und 95 mm lange Stäbchen

Die orange Farbe wurde dann aufgelassen und die Verbindungsstäbe die früher orange waren sind jetzt rot gefärbt.

Auch bei den Vorsteckern gab es eine farbliche Veränderung. Die Vorstecker für die Achsen waren bei den ersten Baukästen nach der Wiedereinführung rot und sind jetzt blau. Die für die Verbindungsstäbe waren zuerst transparent und sind jetzt grün.


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